Kindergarten – Der Start in die Volksschulzeit
Mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt für die Kinder offiziell die Volksschulzeit. Der Kindergarten dauert zwei Jahre und ist für alle Kinder obligatorisch. Kinder, die bis zum 31. Juli vier Jahre alt sind, starten ab Mitte August ins neue Schuljahr und besuchen den Kindergarten.
Lernen durch Spielen
Beim Übergang in den Kindergarten bringen Kinder unterschiedliche Entwicklungsstände mit. Der Kindergarten bietet ihnen einen geschützten Raum, um in ihrem eigenen Tempo begleitet und gefördert zu werden. Das Spiel nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Während Kinder spielen, lernen sie gleichzeitig – sie entdecken ihre Umwelt, üben soziale Fähigkeiten, übernehmen Verantwortung und bauen Vertrauen in Lehrpersonen und die Gemeinschaft auf.
Die Kindergartenlehrpersonen beobachten die Kinder aufmerksam und fördern jedes Kind individuell. Sie stehen regelmässig mit den Eltern im Austausch und laden zu Gesprächen ein, um ihre Beobachtungen zu teilen und die Entwicklungsschritte gemeinsam zu begleiten.
Sprache im Kindergarten
Die Unterrichtssprache im Kindergarten ist grundsätzlich Schweizerdeutsch. Die Hochsprache kann in einzelnen Situationen ergänzend eingesetzt werden.
Der Einstieg in den Kindergarten
Der erste Kindergartentag ist für viele Kinder ein grosser Schritt. Sie bewegen sich neu in einer grösseren Gruppe mit unbekannten Lehr- und Betreuungspersonen. Dieser Übergang bringt sowohl für Kinder als auch für Eltern neue Herausforderungen mit sich.
Damit der Start gut gelingt, hilft es, das Kind frühzeitig an alltägliche Situationen heranzuführen – beispielsweise beim Einkaufen, bei Busfahrten oder kleinen Aufgaben im Haushalt. Diese Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen und erleichtern dem Kind die Orientierung im Kindergartenalltag.
Für die Aufnahme in den Kindergarten zählt einzig das Alter des Kindes; weitere Bedingungen gibt es nicht. Zusätzliche Hinweise und Tipps für einen gelungenen Übergang bietet die Broschüre "Lernen beginnt lange vor dem Kindergarten (Vorschau)".
Aufgaben des Kindergartens
Ihr Kind lernt neue Kinder und neue Bezugspersonen kennen und muss sich in eine grosse Kindergruppe einfügen. Im Kindergarten wird Ihr Kind ganzheitlich in drei Kompetenzen gefördert.
- Selbstkompetenz
- Sozialkompetenz
- Sachkompetenz
Selbstkompetenz bedeutet für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln.Die Kinder konstruieren ein Auto, schlichten einen Streit, stellen eine Werkarbeit her und lernen zunehmend selbstständig zu handeln. Sie suchen Lösungen und probieren Neues aus.
Sozialkompetenz bezeichnet die Fähigkeit in Gemeinschaft und Gesellschaft zu leben, Verantwortung wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.
Die Kinder lernen sich in eine Gruppe zu integrieren, die wichtigen Regeln des Zusammenlebens anzuwenden und einzuhalten sowie Offenheit gegenüber anderen Menschen zu entwickeln. Sie lernen Gespräche zu führen und Konflikte zu lösen.
Sachkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, sachbezogen zu urteilen und entsprechend zu handeln. Die Kinder erweitern ihr Wissen bezüglich Natur, Kulturvorgängen, Sprache, Technik, Mathematik und Gestalten. Sie lernen Zusammenhänge erkennen und diese mit bisherigen Erfahrungen zu verknüpfen. Der Kindergarten bietet den Kindern die Möglichkeit, sich handelnd und experimentierend mit Werkzeugen und Materialien auseinander zu setzen.
Bildungsbereiche im Kindergarten
Damit das Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend gefördert werden kann, arbeiten die Lehrpersonen mit Bildungsbereichen.
- Kommunikation, Sprache und Medien
- Natur, Technik und Mathematik
- Identität, Soziales und Werte
- Wahrnehmung, Gestaltung und Künste
Unterstützung im Kindergarten
Die Kindergartenlehrperson wird durch verschiedene Fachpersonen unterstützt.
- Eine Heilpädagogin (IF; integrative Förderung) berücksichtigt Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen.
- Eine DaZ-Lehrperson (Deutsch als Zweitsprache) begleitet und fördert fremdsprachige Kinder.
- Eine Logopädin therapiert allfällige Sprachschwierigkeiten.
- Eine Psychomotoriktherapeutin bietet Hilfe bei motorisch auffälligen Kindern an.
Weitere Fachkräfte im Kindergarten
- Schulzahnpflegeinstruktorinnen besuchen den Kindergarten 5x im Jahr, einmal erhalten die Eltern eine Informationslektion über korrektes Zähneputzen sowie über Ernährung (gesunder Znüni).
- der Gemeindepolizist besucht den Kindergarten regelmässig und unterrichtet die Kinder über das richtige Verhalten auf und neben den Strassen.
- die Lausfachfrau macht regelmässige Kontrollen.
Stundenplan im Kindergarten

- Auffangzeit ist eine freiwillige Unterrichtszeit und steht jedem Kind offen. Die Lehrperson gestaltet den Unterricht in der Auffangzeit individuell und der Kindergruppe angepasst.
- Ein Kindergartenmorgen wird aufgeteilt in geführte Tätigkeit und Freispiel. In der geführten Tätigkeit unterrichtet die Kindergärtnerin die Kinder. Auf das freie Spiel (Freispiel) wird in der Kindergarten- arbeit grossen Wert gelegt. Die Kinder gehen dabei ihrer frei gewählten Tätigkeit nach.
- Nachmittage
1. Kindergartenjahr: keine
2. Kindergartenjahr: Dienstag und Donnerstag
- Turnen einmal pro Woche
Rückstellung vom Kindergarteneintritt
Die Entwicklung von Kindern verläuft individuell und in unterschiedlichem Tempo. Deshalb kann es vorkommen, dass ein vierjähriges Kind noch nicht bereit für den Kindergarteneintritt ist und im Schulalltag Schwierigkeiten zu erwarten wären. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, den Eintritt um ein Jahr zu verschieben. Die Entscheidung darüber trifft die Schulpflege Thalwil, dafür besteht folgender Antrag Kindergartenrückstellung (Vorschau).
Wenn Unsicherheit besteht
Eltern, die unsicher sind, ob ihr Kind über die nötige Kindergartenreife verfügt, können sich an verschiedene Fachpersonen wenden. Geeignete Ansprechpersonen sind:
- die Familienberatung
- die Kinderärztin / der Kinderarzt
- eine Kindergartenlehrperson
- die Leitung der Krippe oder Spielgruppe, welche das Kind besucht
Diese Fachstellen können die Entwicklung des Kindes einschätzen, Hinweise geben und die Eltern bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
Weitere Informationen
Detaillierte Informationen finden Eltern in der Broschüre "Elterninformation zum Kindergarten (Vorschau)". Zusätzlich steht die Schulleitung am Wohnort des Kindes für Fragen und Beratung zur Verfügung.