Schulentwicklung

Schulentwicklung ist in der Schuleinheit Ludretikon-Schwandel ein wichtiger Qualitätsfaktor. Alle Lehrpersonen beteiligen sich an diesen Entwicklungsarbeiten.



“Lernlandschaften” – ein weiterer Schritt in der Schulentwicklung

Schulentwicklung – ein Qualitätsfaktor

Schulentwicklung ist in der Schuleinheit Ludretikon-Schwandel ein wichtiger Qualitätsfaktor. Das Lehrteam hat im Zusammenhang mit der Schulentwicklung in den letzten Jahren viele Anpassungen vorgenommen, welche der Qualitätssicherung und der Qualitätssteigerung dienen. Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschliessend:

- kooperative Lernformen

- individualisiertes Lernen

- Lernen lernen

- Freiarbeit

- Forschungszimmer

Ein nächster Schritt im Bereich der Schulentwicklung war den folgenden Fragen gewidmet: Welche Strukturen brauchen die Schülerinnen und Schüler? Welche Strukturen braucht der Unterricht, damit das bisher Erarbeitete gut zusammen spielen kann und die grösstmögliche Wirkung erzielt? Die Diskussion über eine Anpassung des Schulmodells war in diesem Zusammenhang zu verstehen. Wichtig für die Entscheidungsfindung war, dass das zukünftige Modell auf dem bereits Erreichten aufbauen und das bisher Erreichte optimieren soll.

Somit beinhaltete die Frage nach dem Schulmodell – unabhängig davon, ob es „bestehendes Modell“, „Stufenschulhaus“, „Lernlandschaft“ oder „altersdurchmischtes Lernen“ heisst – nicht eine Richtungsänderung oder einen Neubeginn, sondern vielmehr einen weiteren – konsequenten - Entwicklungsschritt in der ständigen Auseinandersetzung mit Unterricht und Unterrichtsqualität. Das Team der Schuleinheit Ludretikon-Schwandel hat sich entschieden: Der Unterricht wird zukünftig auf dem Konzept der „Lernlandschaften“ basieren.

 

„Lernlandschaften“ – was ist das?

Unter „Lernlandschaften“ gibt es sehr viele, unterschiedliche Vorstellungen. Als Grundlage für die Diskussion über Schulmodelle diente der SE Ludi-Schwandel das „Churer Modell“. Typische Merkmale von Lernlandschaften sind folgende vier Elemente:


Schulentwicklung

Eine Unterrichtseinheit in einer Lernlandschaft hat folgenden schematischen Ablauf: 

„Kurs“

Die Lehrperson gibt im Kreis einen kurzen Input zu einem neuen Thema. Sie macht die SuS „gluschtig“ auf das Kommende und gibt nötige, wenige Informationen ab.

„Arbeit mit Lernangeboten“

Die SuS gehen nach dem Kurs zurück an ihren Arbeitsplatz und bearbeiten das Thema. Die Lehrpersonen stellen für die SuS dazu differenzierte Aufgabenstellungen zur Verfügung. Wichtig dabei ist, dass die Aufgabenstellungen so aufgearbeitet sind, dass die SuS auf gemachte Lernerfahrungen zurückgreifen, Lösungsmöglichkeiten herausfinden und weitere Lernerfahrungen machen können.

„Freiarbeit“

Die Freiarbeit ist ein ergänzendes Tool. Die Freiarbeit wird nicht bei jeder Unterrichtseinheit angewendet. Die Freiarbeit ist ein offenes Tool. Die SuS können ein völlig frei gewähltes Thema bearbeiten oder ein Thema innerhalb einer vorgegeben Unterrichtseinheit. Wichtig dabei ist, dass die SuS auch dabei Lernerfahrungen machen, dass sie Neues entdecken und herausfinden, dass sie ihre Kompetenzen in Bezug auf das Lernen erweitern.

„Gemeinschaft“

Im Kreis findet ein Austausch über das Gelernte statt. Die SuS berichten den anderen SuS über ihre gemachten Entdeckungen und Erkenntnisse. So erhalten die SuS die Möglichkeit voneinander zu lernen. Nebst dem Lernzuwachs hat dies auch einen positiven Effekt auf das Sozialverhalten und die Kommunikation.

 

Schulentwicklung - Der Raum als pädagogisches Element

Räumliche Organisation
Auch bei der räumlichen Organisation gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten: Sie reichen von „Grossraumklassenzimmern“ mit bis zu 70 Arbeitsplätzen über speziell definierte Zimmer in den Schulhäusern bis zu einer Neuorganisation im Klassenzimmer. Lernlandschaften gemäss „Churer Modell“ basieren auf der auf dem rechten Bild ersichtlichen räumlichen Gestaltung.

In der SE Ludi-Schwandel haben einige Lehrpersonen eine räumliche Neuorganisation ihres Klassenzimmers bereits vorgenommen. Die räumliche Neuorganisation ist für einen erfolgreichen Unterricht in Form von Lernlandschaften unabdingbar. Die wichtigste Umstellung geschieht jedoch nicht in einer räumlichen Neuorganisation. Die wichtigste Umstellung geschieht im Kopf der Beteiligten. Weitere Informationen zu Lernlandschaften gemäss „Churer Modell“ findet man hier: www.churermodell.ch

 


Lernlandschaft Ludi-Schwandel

Die genaue Definition und Ausrichtung der „Lernlandschaft Ludi-Schwandel“ wird mit dem Lehrteam sorgfältig erarbeitet. Einfach ein bestehendes Modell über die Einheit „überzustülpen“ ist nicht erfolgsversprechend. Ebenso sorgfältig erfolgt die Einführung der „Lernlandschaft Ludi-Schwandel“ und die damit verbundenen Anpassungen.

Der Zeitplan für Vorbereitung, Einführung und Umsetzung sieht folgendermassen aus:

Schuljahr 15-16:

- Einsetzen der Projektgruppe „Lernlandschaften“ mit dem Auftrag, die Einführung von Lernlandschaften  
  auf Beginn des SJ 16-17 mit Minimalstandards vorzubereiten

- Weiterbildungstage zu „Lernlandschaften“ (November 2015 und Frühling 2016) mit externer Fachperson

Schuljahr 16-17:

- Start der „Lernlandschaften“ mit Minimalstandards

- Anpassen der räumlichen Einrichtung der Klassenzimmer an Bedürfnisse von „Lernlandschaften“

folgende Schuljahre:

- Weiterentwicklung und Optimierung des Modelles

 

Unabhängig davon, für welches Schulmodell sich die SE Ludi-Schwandel entschieden hätte, die gesetzlichen Vorgaben und der Lehrplan müssen selbstverständlich eingehalten werden. Die vorhandenen Spielräume aber, welche die gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen erlauben, sind jedoch geschickt und gewinnbringend auszunützen.

Ich bin überzeugt, dass auch dieser weitere Entwicklungsschritt voll den Schülerinnen und Schülern zu Gute kommt. Denn es ist und muss das Ziel bleiben, die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern und zu fordern.

 

Thalwil, 6. Oktober 2015                                                          Bruno Hauser, Schulleiter SE Ludi-Schwandel


Schulentwicklung

Projekt Freiarbeit

Mit der Implementierung eines Standards für die Unterrichtsform „Freiarbeit“ schlossen wir im vergangenen Schuljahr eine Weiterbildungssequenz zu schüleraktivierendem Unterricht ab. Während auf der Kindergarten-Stufe Vorformen der Freiarbeit nach dem Prinzip D-A-V (Denken – Austauschen – Vorstellen) als verbindlich gelten, wurde für die 1. bis 6. Klassen die jährliche Durchführung der Freiarbeit nach der 7-Schritte-Methode als Standard definiert. Die Kurzpräsentationen oder Ausstellungen zeigen auf eindrückliche Art und Weise, wie motiviert und stolz die Kinder über ihr Thema berichten und welch tolle Arbeiten entstehen. Die Unterrichtsform „Freiarbeit“ fördert die Neugierde und das eigenverantwortliche Lernen der Kinder. Da jedes Kind sein Thema auswählen darf, ist der emotionale Bezug zum Thema hoch und somit lern- und leistungsfördernd.




Projekt Forschungszimmer

Das Forschungszimmer bietet den Kindern vielfältige Arbeitsmaterialien vorwiegend aus dem Bereich Mensch und Umwelt. Bücher, Modelle, Experimente, Anschauungsmaterial, Mikroskope, usw. ermöglichen dem Kind ein handlungsorientiertes Forschen und Entdecken. Hauptbestandteil des Zimmers sind die Forschungskisten. Bis jetzt sind rund 90 Forscherkisten zu unterschiedlichen Themen entstanden. Eine Forschungskiste enthält interaktives Anschauungsmaterial, das Interesse weckt und mit offenen Aufgabestellungen zur Vertiefung im Thema anregt. Mögliche Arbeitsschritte und -formen zur Bearbeitung sind in einem Auftrag festgehalten. Die Kisten sind mobil, so dass grössere Gruppen im Dachstock Schwandel arbeiten können.




Projekt Beurteilung

Die Beurteilung ist eines der Schlüsselthemen des Unterrichtens und des schulischen Erziehens. Pädagogische Fragen der „Schüler/innen-Leistung“ lassen sich ebenso damit verknüpfen wie professionelle Fragen nach der „Lehrer/innen-Leistung“, didaktische Fragen nach dem „Unterricht“ und ebenso wie gesellschaftliche Fragen nach den „Aufgaben unseres Schulsystems“. Immer wieder wird zum Beispiel das Dilemma zwischen individueller Förderung der Kinder und dem System der Selektion angesprochen. Wer die Praxis der Schüler/innen-Beurteilung verbessern will und mit der Schaffung eines Zeugnisses beginnt, versucht das Pferd am Schwanz aufzuzäumen. Das Zeugnis stellt im gesamten Prozess der Beurteilung von Schüler/innen-Leistungen als formales Berichtsmedium die letzte Etappe dar und ist somit von Art und Qualität der vorhergehenden Schritte abhängig. Ziel dieses Projektes ist es, ein Beurteilungskonzept so aufzubauen, dass die verschiedenen Formen und Funktionen der Beurteilung in allen Klassen nach den gleichen Eckpfeilern aufgenommen werden, denn die Art und Weise der Beurteilung kann von grösserer Bedeutung sein als die Leistung des beurteilten Schülers.